Archive for the ‘wiki’ Category

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e-Learning: Kognition und Technologie im kooperativen Lernen

September 13, 2010

Buch Neuerscheinung
im Umfeld e-Learning, Corporate Learning, Didaktik, (Personal) Learning Environments, Blended Learning Konzepte

Kognition und Technologie im kooperativen Lernen:
Vom Wissenstransfer zur Knowledge Creation

Hanna Risku/Markus F. Peschl (Hg.)
Vienna University Press / Universität Wien V& R unipress

Kognition und Technologie im kooperativen LernenDas Buch zeigt Möglichkeiten auf, wie Lernen und Wissenstransfer in Unternehmen funktionieren können. Beispiele aus unterschiedlichen Bereichen veranschaulichen, dass die typische „akademische“ Antwort, nämlich „das kommt darauf an“, zentrale Bedeutung für die erfolgreiche Umsetzung von Lern- und Wissenstransferumgebungen hat. Systematik, beginnend bei der Analyse des Lern-, Informations-, und/oder Wissensbedarfs, und davon ausgehend erst die Ableitung von Maßnahmen in genauer Passung mit den strategischen Unternehmenszielen und den Wissens- und Lernzielen.

Die Toolwahl, sprich also die eigentliche Technik,  ist zwar bedeutend, nimmt aber eine bescheidene Rolle ein in Relation zur Systematik der Vorgehensweise und zur Planung geeigneter Begleitmaßnahmen, z.B. zur geeigneten Einbindung der Mitarbeiter in den gesamten Entstehungsprozess. Und weil Ziele, Anforderungen, Atmosphäre, Inhalte in jeder Organisation anders sein werden, gibt es das eine Standard-Learning System nicht.

Inhaltsübersicht:

Hanna Risku/Markus Peschl
Einführung: Lernen als kooperative Wissensgenerierung

1 Grundlagen zur Frage des Wissenstransfers und der Knowledge Creation

Markus F. Peschl
Knowledge construction and knowledge creation as key factors in educational and innovation processes

Stefan Oppl
Unterstützung expliziter Articulation Work durch Externalisierung von Arbeitswissen

Ulrike Cress & Joachim Kimmerle
Wissensaustausch als motivationales Problem – Resultate eines empirischen Forschungsprogramms

Jana Rambusch & Tarja Susi
Serious Learning while Having Fun

2 Wissenstransfer und Knowledge Creation in Unternehmen

Hanna Risku, Florian Windhager, Eva Mayr & Michael Smuc
Ein Hammer für eine Schraube? Angepasste Weiterbildung in Organisationen – Eine Frage von Kultur, Kognition und Technologie

Eva Mayr
Warum „Trainings von der Stange“ nicht passen. Maßgeschneiderte Weiterbildung für Organisationen

Benedikt Lutz
Ein firmeninternes „Learning Network“: Angewandtes Wissensmanagement in einem Software-Entwicklungsbereich von Siemens

3 Wissenstransfer und Knowledge Creation im Bereich der Higher Education/Universitäten

Norm Friesen & Theo Hug
Investigating Web 2.0 in Education: A Discursive Paradigm for Research

Renate Motschnig-Pitrik
Developing Communication and Cooperation Based on Person Centered Technology Enhanced Learning

Margit Pohl
Distributed Cognition als Rahmen für Interpretation und Analyse von E-Learning

Josef Herget & Isabella Mader
Personal Learning Environments in der Lehre: Synergie von Kollaboration und Wissensmanagement

Ein Beispiel aus dem Inhalt (S. 191 f.):

Josef Herget & Isabella Mader
Personal Learning Environments in der Lehre: Synergie von Kollaboration und Wissensmanagement

Lernen und Wissenstransfer sind einerseits sinnvoll entlang der Geschäftsprozesse zu organisieren, sodass zu jedem Prozess-Schritt Lern- oder Wissenseinheiten abrufbar sind (sei es nun in Form von Vorlagen, Handbüchern, Videos, Anleitungen, Podcasts …) – und nicht in einer „Parllelwelt“ eines e-Learning Systems mühsam nach Inhalten gesucht werden muss, die anders aufgebaut und organisiert sind als die Geschäftsprozesse.  Andererseits ist das Lernen selbst ist im Artikel Personal Learning Environments (S. 191 f.) ebenfalls analog des Prozessmanagements gegliedert. Wie jedes Unternehmen bzw. jede Organisation auch Kernprozesse der eigenen Tätigkeit hat (das Kerngeschäft), hat es auch zusätzlich Management Prozesse und Unterstützungsprozesse vorzusehen. Idealtypisch nehmen im Unternehmen die Management- und die Supportprozesse jeweils 10% der Ressourcen/Zeit in Anspruch, die Kernprozesse 80%. Das wird jedoch von wenigen Organisationen erreicht.

Bei der Organisation von Lernen und Wissenstransfer im Unternehmen bzw. in Bildungseinrichtungen bietet sich das Prozessmodell ebenfalls an, um zu einer systematischen Vorgehensweise zu kommen.

(c) Herget/Mader

Zuerst stehen die Lernmanagement Prozesse: Es sind Lernziele zu setzen (was, wie viel, bis wann), Strategien über die Art des Lernens aufzustellen, ein Lernportfolio zu bilden, die Lernergebnisse sind abzubilden und schließlich sollte eine Lernzielkontrolle stattfinden.

Die Kernprozesse des Lernens oder Wissenstransfers sind der eigentliche Wissenserwerb, die Wissenstransformation, Praxisprojekte und Reflexion des Gelernten. Wissenserwerb funktioniert nach den aktuellen Erkenntnissen der Bildungspsychologie gemäß dem Konstruktivismus, d.h.  Wissen wird erst in der Person durch eigene Erfahrung und Anwendung „konstruiert“ – es entsteht also nicht durch Lesen und ins Kurzzeitgedächtnis auswendig lernen, sondern durch Anwendung der gelernten Inhalte auf eine konkrete Praxissituation. Deshalb sind die erwähnten Praxisprojekte zentraler Teil der Kernprozesse des Wissenserwerbs.

Unter Unterstützungs- bzw. Supportprozessen des Lernens werden schließlich geeignete Wissensorganisation, Kommunikation (z.B. mit Kollegen, Peers, Lehrenden), Kollaboration (also gemeinsame Dokumentenerstellung und -optimierung) sowie Recherchekompetenz verstanden.

(c) Herget/Mader

Diesen Prozessen und einzelnen Funktionen werden im Beitrag passende, zumeist Web 2.0 Tools zugeordnet, die diese Funktionen unterstützen. Das Lernen findet dabei zum einen in formellen Strukturen, zum größeren Teil informell (z.B. über Kollaborationsfunktionen und die Interaktion mit Peers und Tutoren) statt.

Praxisanwendung
Der Beitrag beschreibt den Einsatz des Lernprozess-Modells in der universitären Lehre in 12 Master-Lehrgängen an der Donau-Universität Krems. Berichtet werden die ersten beiden Jahre des Einsatzes. Das Modell geht derzeit ins erfolgreiche dritte Jahr seiner Praxisanwendung.

Im Rahmen der Blockvorlesung (5 Tage) „Learning Environment Systems“ werden 5 Tools ausgerollt und trainiert, mit denen die beschriebenen Funktionen und die nachfolgend beschriebene Kompetenzbildung erreicht werden sollen. Es handelt sich dabei ausschließlich um state of the art Open Source Software – und absichtlich nicht um ein integriertes Single sign-on System, damit die TeilnehmerInnen die am Markt befindlichen, führenden Open Source Produkte einzeln kennen lernen, weil sie sie in der Praxis unter Umständen einzeln einzusetzen haben – nicht für alle organisatorischen Umgebungen eignen sich mächtige integrierte Plattformen. Für viele Einsatzbereiche wären diese überdimensioniert – deshalb sollen Einzelprodukte verwendet und Erfahrung damit gesammelt werden – auch weil die Wahrscheinlichkeit größer ist, dass sie verwendet werden, wenn man (frau) sie schon einmal kennt.

Die Wahl fiel deshalb auf

  • Mahara (e-Portfolio Software, die aus einmal eingegebenen Stamm- und Biografiedaten immer wieder anders zusammen gesetzte Portfolios, Lebensläufe und Selbstpräsentationen erstellen läßt)
  • Moodle (Lernplattform)
  • Mediawiki (Wiki Software der Wikipedia)
  • WordPress Blog (ein Beispiel zum Nachlesen: https://wimblogger.wordpress.com)
  • Delicious Social Bookmarking

An sich ist das gleichzeitige Ausrollen von 5 Softwareprodukten ein intensiver Vorgang, der üblicherweise an der Belastungsgrenze von Nutzern liegt. Hier gelang es, durch eine nachfolgende Projektarbeit zur Planung einer Lernumgebung für sich selbst und für das eigene berufliche Umfeld, die TeilnehmerInnen zu motivieren, sogar weitere Tools, die sie bereits verwendeten oder neu hinzufügten, systematisch in ein Personal Learning Environment bzw. Corporate Learning Environment zu integrieren. Die Gesamtanzahl der Tools, die von den Studierenden in allen Projekten systematisch eingeplant und eingesetzt wurden, lag im ersten Jahr bei 26, im zweiten Jahrgang bereits bei 52 unterschiedlichen Softwareprodukten. Fast alle der geplanten Praxisprojekte von Corporate Learning Environments wurden tatsächlich durchgeführt, darunter einige sehr umfangreiche Anwendungen. Die folgenden beiden Abbildungen illustrieren ohne lange Worte das „Toolwachstum“, das die Studierenden selbst gestaltet haben. Die fünf ausgerollten Tools verwenden alle Studierenden gemeinsam, alle weiteren Tools sind freiwillig von den Studierenden ergänzt und begründet worden.

(c) Herget/Mader

(c) Herget/Mader

Kompetenzbildung

Gleichzeitig werden die einzelnen Funktionen auch einem übergeordneten Kompetenzmodell zugeordnet, um sicherzustellen, dass das für erfolgreiche Berufstätigkeit nötige Set an Kompetenzen ausgebildet wird.

(c) Herget/Mader

In Erweiterung des Kompetenzmodells von Hülshoff wird das Trainieren von

  • Fachkompetenz (im beruflichen Hauptfach, z.B. Kommunikationsmanagement)
  • Methodenkompetenz (die Methoden des Hauptfaches, z.B. Methoden empirischer Sozialforschung)
  • Sozialkompetenz – Kooperation, Führung, Teamfähigkeit, …
  • Persönlichkeitskompetenz – persönliche Weiterentwicklung und z.B. Kritikfähigkeit
  • Informations- und Medienkompetenz – Umgang mit neuen Medien, Recherchekompetenz etc.

Zusammengefasst sieht das Strukturmodell dieses integrierten Konzepts so aus (Abbildung nicht im Buch enthalten, (c) Herget/Mader):

(c) Herget/Mader

Fazit für Corporate Learning oder Wissenstransfer-Projekte

Organisieren Sie e-Learning, Wissenstransfer, Wissensmanagement, Schulungsinhalte … entlang ihrer Prozesse, nicht als alleinstehende Parallelwelt. Die nachfolgende Abbildung illustriert auch den Medienwechsel, der empfohlen ist: nicht alle MitarbeiterInnen nehmen auf die gleiche Art und Weise Information auf. Mancher wird besser aus einem Kurzvideo lernen (nicht über 5 Minuten – brechen Sie auf kleine, schnell konsumierbare Einheiten herunter!), andere lieber ein pdf-Handbuch aufrufen, wieder andere sehen sich lieber den Visio-Chart an, auf dem der Prozessablauf visualisiert ist.

(c) Herget/Mader

Gesamtbewertung:
Must-read für alle, die e-Learning oder Wissenstransfersysteme einsetzen (wollen).

lg

Wimblogger
Isabella Mader
www.imac.de

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Learntec mit Vortrag über unser Learning Environment

Februar 1, 2010

Die Funktionalitäten von Social Software erleichtern kollaborative Prozesse des Lernens und des Wissensmanagements. Deshalb eignen sie sich besonders für Blended Learning Konzepte in berufsbegleitenden Studiengängen an Universitäten und für das individuelle Lernen am Arbeitsplatz. Mit einem Personal Learning Environment aus Web 2.0 Anwendungen wurde an der Donau-Universität Krems ein lernbegleitendes Kollaborations-, Kommunikations- und Wissensmanagement-Instrument konzipiert. Der sich verändernden Informations-, Recherche-, Lern- und Wissenskultur wird damit Rechnung getragen. Durch die curriculare Verankerung haben Studierende zusätzlich zu ihrem Fachgebiet die Möglichkeit zum Aufbau von Informations- und Medienkompetenz.
Die Studierenden sammeln mit den Anwendungen selbst Erfahrungen, optimieren ihre eigene Lernumgebung und übertragen diese danach im Rahmen einer Transferarbeit in den betrieblichen Alltag.
Aus den Erfahrungen wurde schließlich ein erster Entwurf für ein Corporate Learning Environment abgeleitet, der im Rahmen des Vortrags ebenfalls vorgestellt wird.

Lösungsansätze
Die Kompetenzentwicklung wird in dem beschriebenen Modell entlang eines dreiteiligen Systems von Lernmanagement-Prozessen, den eigentlichen Lernprozessen (Kernprozesse) und den Unterstützungsprozessen des Lernens angeordnet. Social Software Anwendungen wurden dann entsprechend ihres möglichen Leistungsbeitrags eingesetzt und den einzelnen Prozessen und den zu entwickelnden Kompetenzfeldern zugeordnet.

Mein Vortrag darüber bei der Learntec am 2.2.2010, Karlsruhe, in der Session Wissensmanagement 1, ab 11 Uhr

http://tinyurl.com/learntec-mader

lg

Isabella Mader

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Wiki & Copyrights

November 29, 2008
Mahoodle fragte als Kommentar zum Blogeintrag „Einfach reden“, wie es mit dem Copyright aussieht, wenn man ganze Seiten oder Teile von Seiten anderer Anbieter übernimmt, z.B. Texte aus der Wikipedia.
Die Antwort in Kürze lautet im Falle von Content Übernahme aus Wikipedia Texten: JA, aber … – der Autor muss zitiert werden und das übernommene und unter Umständen veränderte Werk muss unter die gleichen Lizenzbedingungen gestellt werden wie seine Quelle (GFDL, siehe unten GNU Lizenz für freie Dokumentation).

Auch wenn die Frage damit beantwortet ist:
trotzdem nachfolgend ein paar beachtenswerte Hinweise
Die Frage hat den Hintergrund, dass man einerseits nicht etwas neu texten muss, wenn bereits gut erarbeitete Quellen vorliegen. Zitation fremder Quellen – nicht nur im Internet und nicht nur von Wikipedia-Quellen – bringt eben Urheberrechtsfragen.
Ich versuche, möglichst kurz und trotzdem halbwegs übersichtlich einige beachtenswerte Dinge darzustellen – eigentlich handelt es sich ja um ein Thema, das ganze Bände füllen kann … Auch werde ich qualitativ hochwertige (z.B. das Rechtsinformationssystem des Bundeskanzleramts) Quellen auswählen und Links dazu setzen (wo möglich), damit eine weitere Vertiefung zu einzelnen Themen einfach möglich ist.
Anmerkung: Die zitierten Gesetzestexte beziehen sich (sofern nicht anders bezeichnet) auf das österreichische Urheberrecht, das dem deutschen aber durchaus ähnlich ist.

Übernahme ganzer Werke
Ganze Werke können an sich nicht ohne die Einwilligung des Urhebers verwendet werden – eine Ausnahme bilden beispielsweise Wikipedia Beiträge, siehe dazu weiter unten „GNU Lizenz für freie Dokumentation GFD“. Der Urheber muss (außer im Fall der GFD oder der Gemeinfreiheit) zuvor um Einwilligung gebeten werden und hat auch einen Vergütungsanspruch für die Werknutzung, dessen Höhe Verhandlungssache ist. Ausnahme davon: 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers erlischt das Urheberrecht (§60 UrhG). Zitate von Caesar, Plato – nicht aber Asterix!!! 😉 – können also gefahrlos verbreitet werden …
Auch wird man als Urheber die Urheberschaft nicht mehr los 🙂 – man kann sie gar nicht ablegen (§ 23 (3) UrhG)! Die Rechte zur Werknutzung lassen sich jedoch übertragen. Im Folgenden mehr zu einigen verschiedenen Möglichkeiten, wie das getan werden kann. In Zeiten von Flickr und Wikipedia ist es besonders angeraten, eine Form der Lizenzierung beim Upload oder beim Freischalten bewußt zu wählen und sich zu orientieren, welche Rechte auf welcher Plattform gelten (see the fascinating terms of service of the very providers 😉 ).

Zitate von Textpassagen, Grafiken etc.
Dazu gibt es das so genannte Zitierrecht.
Es gibt ein öffentliches Interesse an der Verwendung von wissenschaftlichen Werken, deshalb darf in geringem Umfang ohne Einholen einer Genehmigung aus Werken zitiert werden (§ 46 UrhG).
Zitate von Wikipedia Texten unterliegen der GNU Lizenz für freie Dokumentation – zum Nachlesen hier.
Emails zitieren: Der Inhalt von Emails darf nicht ohne Zustimmung des Senders veröffentlicht werden (siehe z.B. Urteil des Landesgerichts Köln, Az. 28 O 157/8). Speziellen Dank an Herrn Mellen für den Hinweis auf diesen wichtigen Sachverhalt und die nützliche Quelle.

Erlaubte Vervielfältigung zum Unterrichtsgebrauch
An sich ist die Vervielfältigung oder das Kopieren von Inhalten für den Unterrichtsgebrauch gestattet, ohne dass ein Vergütungsanspruch des Urhebers entsteht (§ 42 (6) UrhG) – vorausgesetzt, es werden nicht-kommerzielle Zwecke verfolgt. Das gilt verständlicherweise nicht, wenn die Inhalte der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden – das beinhaltet auch den Content einer Webseite, eines Wikis auf einer Uni-Webseite, die öffentlich einsehbar ist oder sein kann – wo also Personen Zugriff erhalten könnten, die nicht zur Zielgruppe „Schüler“, „Studierende“ gehören.
Das Kopieren von als Unterrichtsliteratur deklarierten Werken ist auch für den Gebrauch im Unterricht nicht erlaubt (irgendwie klar 😉 …

Schöpfungshöhe
Eigentlich ja ein recht origineller Begriff – der entgegen der ersten Vermutung nicht die Außenmaße eines Buches (Höhe in cm) beschreibt ;-). Damit ist gemeint, dass einfache Texte oder Grafiken unter Umständen nicht den Rang eines eigenen Werkes erreichen und somit nicht schützenswert sind. Siehe auch:  http://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%B6pfungsh%C3%B6he

(c) 2008 Isabella Mader

(c) Isabella Mader

Ein paar „neuere“ Begriffe aus dem Urheberrecht speziell hinsichtlich Web-Content

Besonders bemerkenswert ist der veränderte Zugang zu Copyrights, der mit der Web2.0 Ära einhergeht. Die Haltung, dass eine Gemeinschaft eine Wissensbasis entwickelt (Wikipedia) und dort viele ihr Wissen zur Verfügung stellen, die Tatsache, dass Millionen ihre Fotos auf Flickr hochladen und zur (überwiegend) zur nicht-kommerziellen Verwendung freigeben, geht einher mit der Definition „neuer“ Formen des Copyright – weil ja ein Autor die Urheberschaft nicht ablegen kann lt. 23 (3) UrhG (bloss die Werknutzungsrechte gewähren kann).
Wichtig im Social Web ist deshalb, dass für eigene Schöpfungen (Texte, Bilder …) mit Bedacht ausgewählt wird, welche Rechte man gewährt und welche nicht. Wikipedia fragt nach der Auswahl einer Copyright-Form beim Upload von Bildern und Grafiken – damit unerfahrene Nutzer das nicht übersehen (sehr löblich!).

  • GNU Free Documentation License (GNU FDL oder GFDL) / Lizenz für freie Dokumentation
    Die GFDL ist die Lizenz, die Wikipedia Beiträge kennzeichnet. Copyright gibt es nämlich auch bei Quellen wie Wikipedia, und im Fall der GFDL heisst dieses Copyright „Copyleft“, der Autor eines Textes hat an seinem Werk das Urheberrecht und muss zitiert werden.  Das Verwendungsrecht schließt sogar kommerzielle Verwendung mit ein! Lizenzbedingung: Die verwendeten und unter Umständen veränderten Texte müssen dann unter die gleiche Lizenz gestellt werden.
  • GNU General Public License GPL
    GNU ist nicht gleich GNU … Der Begründer der GPL, Richard Stallman, ist ein Programmentwickler, Hacker und Free Software Aktivist – und ein origineller Geist: GNU steht für „GNU is not Unix“ (sehr aufschlussreich, genau), und die von ihm unter anderem definierte Lizenz heißt „Copyleft“ – als Wortspiel und Entgegnung auf „Copyright„. Die GPL ist eine Lizenz, die von der Free Software Foundation FSF herausgegeben und zur Lizenzierung freier Software verwendet wird. In unserem Kontext bezüglich der Frage nach der Zitation von Texten und Bildern nicht passend – aber als wichtiger Terminus im Umfeld aktueller Lizenzierungssysteme hier aufgenommen. Insofern bestimmt nützlich für die Lehrgänge SIM: Strategisches Informationsmanagement MSc, ITM: Innovations- und Technologiemanagment MSc und WM: Wissensmanagement MSc sowie VM Veränderungsmanagement MSc – hinsichtlich „Cyber-Law“ und IKT Grundlagen.
    http://de.wikipedia.org/wiki/GNU-Lizenz_f%C3%BCr_freie_Dokumentation
  • Creative Commons
    Creative Commons (CC) ist eigentlich eine non-profit Organisation, die Standard-Verträge für digitale Inhalte entwickelt hat, damit Urheberrecht einfach geregelt werden kann. Das Wort „Commons“ bezeichnet hier also nicht „Allgemeingut“. Unterschieden werden: reine Namensnennung (Zitation), Namensnennung und Bearbeitung unzulässig, Namensnennung und nicht kommerzielle Nutzung (mit und ohne Bearbeitung), Namensnennung und nicht-kommerzielle Verwendung inklusiver erlaubter Weitergabe unter gleichen Bedingungen , sowie Namensnennung und erlaubte Weitergabe unter gleichen Bedingungen.  CC hat dazu auch eine eigene Ikonografie entwickelt, die die Vertragsarten deutlich unterscheidet.
    Mehr dazu unter: http://de.creativecommons.org/was-ist-cc/
  • Public Domain – Gemeinfreiheit
    Eigentlich entsprechen einander diese Begriffe nicht gänzlich, obwohl es sich um eine Übersetzung handelt, sind die entsprechenden Regelungen zur Public Domain im angloamerikanischen doch etwas anders als die im deutschsprachigen Raum geregelte Gemeinfreiheit. Prinzipiell ist es so, dass Gemeinfreiheit jene Inhalte betrifft, die entweder dem Urheberrecht nicht mehr unterliegen (z.B. weil die Schutzfrist ausgelaufen ist, also der Urheber vor mehr als 70 Jahren verstorben ist –
    siehe auch weiter oben) oder weil es sich um ein Werk handelt, das dem Urheberrecht nie unterlag. Mehr: http://de.wikipedia.org/wiki/Public_domain.
  • Open Access
    Mit Open Access ist speziell der freie Zugang zu wissenschaftlicher Publikation im Internet umfasst. Das bedeutet nicht, dass die Inhalte ungeschützt weiterverwendbar sind und auch nicht vollständig kopiert werden dürfen wie im Falle von Wikipedia. Die Arbeiten können heruntergeladen und gespeichert werden, trotzdem müssen die Autoren zitiert und in Ihrer Urheberschaft respektiert werden. Open Access wirft trotzdem zahlreiche rechtliche Fragen auf, speziell auch dann, wenn ein Autor sein Werk einerseits in einem Open Access Repository (z.B. e-LIS) publiziert hat und es gleichzeitig als Buch verlegen lassen will. Umfangreiche weiterführende Information findet sich auf http://open-access.net/de.
    Eine umfassende rechtliche Erklärung dazu finden Sie hier.

Quellen zum weiteren Vertiefen:
!!!
Tolle Übersicht: Bundeszentrale für politische Bildung, 5 Seiten Artikel: Kreisläufe des Urheberrechts
Wikipedia Seite zum Thema Urheberrecht
Wikipedia Seite zu Übersetzungen aus anderen Sprachen
http://www.irights.info/ – Top Seite (Deutsch) !!!
Bundeszentrale für politische Bildung, Artikel: Urheberrecht
Versuchen Sie das SPIEGEL Rechtsirrtümer-Quiz

Abschließend eine Frage ans Auditorium:
Wird diese Seite kopiert werden?  Was meinen Sie?
Werden wir Kopien finden?
Klar, wir werden sie auch suchen.
Allein schon aus Demonstrationsgründen.

LG und happy writing
Wimblogger

Lesen Sie bitte dazu auch den Disclaimer auf dieser Seite (Links rechts oben).

h1

Einfach reden im Blog – Fragen gehören hierher

November 20, 2008

 

Heute kam eine gute und nützliche Anfrage, deren Beantwortung alle TeilnehmerInnen interessieren wird – deshalb ist dieser Blog das ideale Forum, um:

1. eine solche Frage zu stellen – und

2. eine oder mehrere Antworten zu bekommen.

Zur Demonstration der Nützlichkeit eines Blogs im Vergleich zu Email und Wiki – wenn es um Fragen und Antworten geht, zeige ich gerne den Ablauf dieser Anfrage. Diese Frage ist richtig gut und wichtig, Sie werden sehen …

Folgende Frage hat mich erreicht:

Hallo Frau Mader, 

auf der Wiki Seite

 

http://imb.donau-uni.ac.at/WIM/index.php5/WIMWIKI:Aktuelle_Ereignisse 

habe ich einmal 4 Hintergrundfragen zu der Nutzung des WIMWiki aufgeschrieben, koennten Sie dazu etwas sagen? 

 

Besten Dank! 

 

Auf der oben verlinkten Wiki Seite sind dann folgende Fragen gelistet (in kursiv), zu denen ich gleich die Antworten hier hineingeschrieben habe (fett):

 

z.K. der server laeuft noch auf MEZ Sommerzeit. 1. Frage: stellt das der WIMAdmin um? – wimadmin (ich) kümmert sich darum, dass DUK-IT das umstellt 😉

2. Frage: Gibt es hier (WIMAdmin?) jemanden, der ggf. aehnliche pages zusammenfuehrt und die links dann anpasst? – wimadmin als Tutor wird nicht „aufräumen“ (-; – fragt aber hiermit in die Runde, wer sich als erster freiwillig melden möchte? Vorschlag ist, Wiki Chefredakteur für den eigenen Lehrgang bis zum nächsten Modul zu sein und dann an einen anderen Freiwilligen weiter zu geben. Die erste Rollenverteilung haben wir ja im gemeinsamen Modul gemacht (Freiwillige für die ersten fachlichen Einträge).

Diese zweite Runde der Rollenverteilung sollte einen Chefredakteur pro Lehrgang festlegen, der die Lehrgangskollegen bittet, je einen Teil der jeweiligen Modulinhalte überblicksmäßig abzubilden. Wimadmin wird dies mittels einer Mitteilung aus Moodle anstoßen – um sicher zu stellen, dass alle TeilnehmerInnen davon erfahren (zu dieser frühen Zeit haben nämlich noch nicht alle ein RSS von diesem Blog abonniert).

3. Frage: Gibt es soetwas wie ein „include“ in diesem Wiki? Also einen an einer Stelle editierbaren TEIL einer Seite/eines Artikels, den man an mehreren Stellen einschliessen kann? In der Hilfe habe ich dazu nichts finden koennen. – Die Include Funktion gibt es an sich für das MediaWiki, ja – bringt aber ein vielfach diskutiertes Sicherheitsproblem mit sich, deshalb muss sie extra installiert werden. Siehe dazu auch:
http://www.wikimatrix.org/wiki/feature:Content%20Includes ,
http://www.mediawiki.org/wiki/Extension:AccessControl und
http://www.mediawiki.org/wiki/Extension:Include
Wimadmin wird trotzdem versuchen, dieses Feature für unser WIM Wiki installiert zu bekommen und wird hier Feedback über das Ergebnis geben.

4. Frage: gibt es eine bessere Stelle fuer solche Fragen? ggf bei „Diskussionen“? – Ja, diesen Blog hier ;o). Einfach Frage als Kommentar posten – Antwort kommt dann als weiterer Kommentar (wenn es eine Kleinigkeit ist) oder als neuer Blogeintrag (wenn es ein neues Thema ist).

 

Damit hätten wir ein top Beispiel, dass ein Blog eine gute Möglichkeit ist, ein Thema zu fragen, das alle anderen oder viele andere auch interessiert, und das man später nachlesen können will. So können wir vermeiden, dass einer an einen anderen ein Email schreibt, eine Antwort bekommt und alle anderen davon nicht erfahren oder das gleiche mehrmals herum-gemailt wird (und die Inboxen überlaufen). Genau das ist der zentrale Vorteil von Blogs – Information in Selbstbedienung statt Massen-cc-Emails.

LG

Wimadmin (Wiki) bzw. Wimblogger (hier)

(multiple Identitäten sind im Web normal – Gottlob) – und damit der Spass nicht fehlt, hier folgende Analyse:

multiple Identitäten - ein Phänomen des Web2.0 - (c) Gabriel Utasi