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Bestseller-Autor Anthony Williams beim WP Summit zu Macrowikinomics

Juli 14, 2011

Freilich nicht neu, trotzdem in der wirtschaflichen Realität noch zu wenig nachhaltig umgesetzt sind die gesellschaftlichen/sozialen Phänomene, die Massenkollaboration nach dem Beispiel von Wikipedia oder Open Source Projekten wie Linux bringen. Linux steht laut Williams bereits hinter 80% der Webservices, und hätten die Leistungen der Beteiligten zur Programmierung von Linux „from scratch“ bezahlt werden müssen, so hätte man dafür schon auch 10 Mrd. USD hingeblättert. Fazit: unbezahlbar. Unbezahlbar ist aber auch das Phänomen, das diese „freiwillige“ Beteiligung im Unternehmenkontext umsetzt.

Williams argumentiert, dass Massenkollaboration nicht in dem Ausmass, wie es Nutzen entfalten kann, innerhalb von Organisationen finanzierbar wäre, dass aber vielmehr Kollaborationsplattformen von Spezialisten im Auftrag von Unternehmen Probleme zB in der Forschung lösen können und für die gelieferte Lösung, die aus der Zusammenarbeit von Spezialisten entsteht, bezahlt werden. Eine solche Anzahl an Spezialisten wäre in Permanenz von keinem Unternehmen finanzierbar – und in der speziellen Zusammensetzung nicht zu finden, wie sie sich auf Spezialistenplattformen zusammen finden, um ein bestimmtes Problem zu lösen.

Anthony Williams (c) Isabella Mader 2011

Ganz besonders für das Schaffen von Innovationen tun sich viele Unternehmen schwer, innerhalb der Unternehmensgrenzen ausreichend Zeit und Ideen zu mobilisieren. Gerade in diesem Umfeld empfiehlt Williams, über die Unternehmensgrenzen hinauszugehen und mit Kunden und Spezialisten auf systematische Weise in Kontakt zu treten.

Auf der anderen Seite stehen jene, die Ideen haben, aber nicht das Budget, sie umzusetzen. Ponoko ist eine Plattform, auf die solche Ideen hochgeladen werden können – und Investoren diese dort finden und unterstützen können. Dazu bedarf es jener „zeitgemäßen“ Haltung, von der Angst loszulassen, dass einem die Idee gestohlen würde. Das, mit Verlaub, kann immer passieren, sobald man damit ins Außen geht – und unter Ausschluß der Öffentlichkeit gedeihen sie bekanntlich auch nicht. Williams nennt diese Haltung „a different mental paradigm“.

Was diese Communities stabil macht ist laut Williams die „power of trust“ – generiert werden Netzwerke von Personen, denen man vertraut. Immer schon basierte der Austausch relevanter Informationen auf Vertrauensnetzwerken.  Nun sind diese nicht mehr auf jene beschränkt, die man persönlich kennt, sondern eben auch virtuell. Die Vertrauensbasis und die Netzwerke sind wie ein „virtual layer“, den wir über unsere physische Realität legen, und die für uns eine Art Wissensmanagement werden, das wir für uns auf diese Weise permanent erweitern.

Für Unternehmen bieten solche Wissensnetzwerke noch große Potenziale für die Verbesserung effizienter Zusammenarbeit und Organisation – dazu braucht es aber Menschen und deren Bereitschaft, daran mitzuarbeiten. Diese werden nicht über Anordnung und Zwang generiert, sondern über geeigneten wertschätzenden Umgang im Rahmen von Netzwerken. In einer Angstkultur von Hire & Fire werden wir solche Netzwerke nicht erfolgreich etablieren. Die gute Nachricht ist, dass diese Vorteile von weltweitem Problemlösen nur über den Katalysator von Vertrauen und Wertschätzung zu lukrieren sind.

Freilich gilt für alle jene, die sich mit den Phänomenen von Social Media und Kollaboration beschäftigen: no-na-net … schon schon … in der betrieblichen Realität suchen wir trotzdem meist vergebens. Die „wissen-wir-eh“ Kultur und die Umsetzungsrealität klaffen gerade hier ganz besonders weit auseinander.

Mehr News vom Werbeplanung.at Summmit htp://summit.werbeplanung.at folgen in Kürze …

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